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60 Jahre Akademikerbund

Vordenkerorganisation für den Wissenschaftsstandort Österreich feiert rundes Jubiläum
Im Rahmen eines würdigen Festaktes beging der Österreichische Akademikerbund in Anwesenheit zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sein 60-jähriges Bestehen. Neben hochkarätigen Gästen aus unterschiedlichen Bundes- und Landesorganisationen konnten Präsident Univ.-Prof. Dr. Christian Menzel und sein Präsidium neben dem Festredner Bundesminister Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle auch Justizministerin Dr. Beatrix Karl und Staatssekretär Sebastian Kurz begrüßen. Gerade die Anwesenheit dieser Mitglieder der Bundesregierung wurde vom Akademikerbund als Anerkennung für die bisher geleisteten bildungs- und gesellschaftspolitischen Aktivitäten gewertet.
Präsident Menzel ging in seiner Eröffnungsrede auf die große Bedeutung einer qualitativ hochwertigen akademischen Bildung und Ausbildung junger Menschen in einer Wissensgesellschaft ein. Gerade vor diesem Hintergrund müsse das gesamte Bildungssystem einer permanenten und vor allem auch kritischen Reflexion unterzogen werden, um auch künftigen Anforderungen bestmöglich gerecht werden zu können. Ebenso wichtig sei aber gerade jetzt ein „Bekenntnis zur bürgerlichen Nähe, verbunden mit einer Unabhängigkeit der persönlichen Meinungsbildung“, so Präsident Menzel. Das Humankapital junger Menschen müsse besser und nachhaltiger gefördert, gefordert und genützt werden, wobei sich die „Politik hinsichtlich bestehender Programme und Visionen kritisch und ernsthaft hinterfragen müsse“. Dr. Menzel definierte in seiner Eröffnung den Akademikerbund, der seit 1953 immer wieder mit seinen Überlegungen wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung des Bildungssystems geleistet hat, als Partner und Impulsgeber für bürgerliche Politik, der aber auch eine entsprechende Unterstützung benötige.
In pointierten Grußworten stellte Staatssekretär Sebastian Kurz fest, dass der Österreichische Akademikerbund mit 60 Jahren das Pensionsalter bei weitem noch nicht erreicht habe. Auch Kurz würdigte den ÖAB als Organisation mit jahrzehntelangem Bestand im bürgerlichen Lager, hob gleichzeitig aber besonders auch die Notwendigkeit liberalen Gedankenguts hervor. Gerade in Tagen wie diesen gelte es den Akademikerbund mehr denn je als Plattform für Quer- und Vordenker zu positionieren und entsprechend Gehör zu verschaffen.

Bundesminister Töchterle skizziert in Festrede „Ethik in der Politik“
In bildungspolitisch und wirtschaftlich herausfordernden Zeiten bedarf es neben wohl überlegten Strukturmaßnahmen auch entsprechender Kommunikation und zwischenmenschlicher Umgangsformen, um die unterschiedlichen Herausforderungen gemeinsam mit allen Betroffenen bestmöglich meistern zu können. In seiner vielbeachteten Festrede „Ethik in der Politik“ befasste sich Bundesminister Dr. Karlheinz Töchterle zu Beginn mit Aspekten der Politik als Teil der Ethik, sowie Gerechtigkeit und ausgleichenden Gedanken in der Gesellschaft. Gerade die antiken Denker und Gelehrten griffen diese gesellschaftlich essentiellen Überlegungen auf, die auch heute noch von großer Relevanz sind. Die Teilnahme am Diskurs und die Formulierung des Zieles der Ethik seien auch im 21. Jahrhundert bedeutsam und notwendig. Ethik und Moral haben auch in Wissenschaft und Forschung Berücksichtigung zu finden, gleichzeitig sei es auch eine eigene „Kunst“, Konflikte so auszutragen, dass es zu einem wohldossierten Interessensausgleich komme. Abschließend wandte sich Bundesminister Dr. Töchterle auch direkt an die Vertreterinnen und Vertreter des Akademikerbundes, um sie zu ermunternd, sich künftig verstärkt im politischen Geschehen einzubringen.
In der anschließenden Diskussion zwischen Präsident Christian Menzel, Ministerin Beatrix Karl und Minister Karlheinz Töchterle wurden in weiterer Folge aktuelle bildungspolitische Themenbereiche analysiert und vor dem Hintergrund der jüngst stattgefundenen Nationalratswahlen besprochen. Dabei wurden auch „heiße Eisen“ wie der „Akademisierungswahn“ und die gleichzeitige Notwendigkeit der Stärkung dualer und berufsbildender Ausbildung erörtert. Auch in diesen Bereichen, die für den Wissenschaft- und Wirtschaftsstandort Österreich so bedeutsam sind, solle sich der Österreichische Akademikerbund künftig als kritisch-konstruktive Denkwerkstatt positionieren.

Festschrift als Ausdruck der thematischen Vielfalt im Österreichischen Akademikerbund
Ein weiterer Höhepunkt und zugleich Abschluss des Festaktes wurde mit der Präsentation der Festschrift „60 Jahre Österreichischer Akademikerbund – Bildung und Gesellschaft im Wandel der Zeit“ gesetzt. Generalsekretär Mag. Maximilian Richter, der auch für die gesamte inhaltliche und organisatorische Abwicklung der Feierlichkeiten verantwortlich war, erklärte Hintergrund und Ziel der vorliegenden Festschrift, an der neben namhaften Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auch alle Landesgruppen des Akademikerbundes mitgewirkt und sich mit unterschiedlichen bildungspolitisch-gesellschaftlichen Themenbereichen befasst haben.
In seinen Schlussworten dankte Präsident Dr. Christian Menzel für die entgegengebrachte Wertschätzung der anwesenden Gäste, denn gerade in politisch herausfordernden Zeiten ist die Bedeutung von Organisationen, die sich mit ehrenamtlichen Mitgliedern engagieren, nicht hoch genug einzuschätzen. Der Österreichische Akademikerbund versteht sich daher auch in künftigen Jahren als nutzbringender Partner, der ohne ideologische Scheuklappen der Sache inhaltlich verpflichtet ist und auf diese Weise einen Beitrag zur Weiterentwicklung des österreichischen Bildungs- und Hochschulwesens leistet.

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